An der Kasse

In einem Laden an der Kasse kommt es zu den verschiedensten Situationen. Die einen sind peinlich, die anderen lustig, andere wieder eher die Nerven strapazierend. Der- oder diejenige, der oder die immer mitten im Dilemma steht, ist der Kassierer oder die Kassiererin. Hier gilt es, besonders geduldig zu sein, niemals unfreundlich zu werden, und auch noch in der verfangensten Situation einen klaren Kopf zu bewahren. Ob nun ein altes Mütterchen an der Kasse den gesamten Inhalt ihres Portemonnaies ausleert, um die Summe auf den Cent genau zu bezahlen, oder jemand mit hundert Fragen zu den Produkten die Schlange an der Kasse durch den ganzen Laden reichen lässt: Das Lächeln im Gesicht darf niemals verschwinden.

Natürlich muss man nicht nur freundlich sein, sondern auch gepflegt aussehen, wenn man an der Kasse arbeitet. Man ist quasi der Spiegel des Ladens. Hier kann man keine schwarzen Ränder unter ausgefransten Fingernägeln zeigen und auch die Haare dürfen nicht fettig und strähnig sein. Auch die Kleidung, die unter dem Kittel oder zusätzlich zum T-Shirt mit Firmenlogo getragen wird, darf nicht schlampig wirken. Auch Punk oder Gothic Kleidung ist nicht das, was ein Chef bei seinen Angestellten an der Kasse gerne sehen wird. Vielmehr sollte ein adretter Rock oder eine passable Hose kombiniert werden, und natürlich, sofern nicht vom Arbeitgeber gestellt, eine dazu passende Bluse oder ein Pulli.

Man muss an der Kasse wirklich alle Sinne beisammen haben. Jeder Wagen muss kontrolliert werden, ob die Kunden nicht bewusst oder aus Versehen etwas darin haben, was sie vergessen haben, aufs Band zu legen. Vorsatz zu unterstellen, ist nicht immer richtig; hier muss man den Geschäftsführer zu Rate ziehen, wenn so etwas denn wirklich vorfällt. Manchmal haben sich auch einige Artikel aus dem Angebot in einer Jackentasche, einer Handtasche oder in einem Rucksack verlaufen. Auch hier muss der Ladenbesitzer oder Vorgesetzte informiert werden, und eine Anzeige wegen Ladendiebstahls erstattet werden.

Chaos entsteht, wenn zur gleichen Zeit das Wechselgeld zur Neige geht, und die Papierrolle der Kasse leer ist. Auch, wenn es nur wenige Minuten dauert, bis sich hier ein Kollege mit dem Geld eingefunden hat, und die Kasse in der Zwischenzeit mit neuem Papier bestückt wird, kann hier schon eine lange Kundenschlange entstehen, in der unfreundliches Gemurre laut wird. Hier muss man einfach auf Durchzug schalten und freundlich bleiben. Begegnet man einem sehr ungeduldigen, echauffierten Kunden mit großer Freundlichkeit, ist dessen Zorn meist gleich verflogen; wenn nicht, hat man wenigstens nichts falsch gemacht.