Kinder im Auto
Wer seine Kinder im Auto schon mal auf einer weiteren Strecke mitnehmen musste, der weiß, dass dies durchaus kein lustiges Unterfangen ist. Gerade, wenn die Kinder noch kleiner sind, ist es oftmals schon ein riesiger Aufwand, alles einzupacken, was sie während der Fahrt brauchen. Auch die Kindersitze müssen eventuell vor der Abfahrt noch eingebaut werden, was bei manchen Techniken auch nicht gerade ein Vergnügen für wenige Sekunden, sondern eher eine Aufgabe für einen halben Nachmittag ist. Da die Sicherheit der Kinder jedoch oberste Priorität hat, darf man keinesfalls schlampig oder mit halbem Herzen an dieses Werk gehen; viel zu schnell ist etwas passiert, und das Leben der Kinder ist nur mit einem ausreichend sicheren Kindersitz wirklich bestmöglich geschützt.
Je nach Dauer der Fahrt muss man dafür sorgen, dass die Kinder etwas zu trinken dabei haben. Bei Säuglingen kommt noch dazu, dass sie eventuell gewickelt und gefüttert werden müssen, weil der Lauf der Natur, beziehungsweise der gewohnte Rhythmus dies einfach erforderlich machen. Nun ist es schon einiges an Aufwand, das gewärmte Fläschchen mitnehmen zu können, dazu ein Speituch, aber auch alles, was zum Wickeln benötigt wird. Oftmals schadet auch eine Garnitur zum Umziehen nicht, denn den Stress der Fahrt kompensieren manche Kinder mit Erbrechen. In jedem Fall sollte aber ausreichend Wasser oder Tee, vielleicht auch eine Schorle mit Fruchtsaft, mitgeführt werden, denn durstige Kinder quengeln gern und lenken so den Fahrer unnötig ab.
Eine leichte Jause sollte man ebenfalls dabei haben, wenn man weitere Strecken unterwegs ist. Nicht nur, weil Hunger auftreten kann, wenn man auf dem Weg in den Urlaub oder zu einem Vergnügungspark ist; die gemeinsame Brotzeit auf dem Parkplatz ist etwas sehr besonderes, auf das manche Kinder schon bei der Abfahrt gespannt warten. Bei jedem Schild, auf dem das weiße P auf blauem Grund zu sehen ist, fragen sie, wann den nun endlich die Pause gemacht wird. Ist es endlich so weit, werden sie gerne einige Stück Obst, aber auch eine Frikadelle oder ein Brötchen essen, und mit Mama und Papa zusammen, die ihren Kaffee aus der Thermoskanne schlürfen, schwatzend und schmatzend die Pause genießen.
Fährt man dann weiter, nicht ohne angemerkt zu haben, dass alle noch zur Toilette gehen sollen, dauert es keine 20 Minuten, bis von der Rückbank vermeldet wird, dass man doch einmal müsse. Entnervtes Regieren nützt hier nichts, was raus muss, muss raus, und so wird gleich der nächste Parkplatz angesteuert. Hier wollen die Kinderchen am liebsten sofort wieder Pause machen, doch mehr, als ein paar Gummibärchen sind jetzt nicht drin, weil man ja schließlich das Ziel auch irgendwann erreichen will. Die nächste Katastrophe ist vorgeplant. Die Gummibärchen wurden ohne wirklichen Hunger verspeist und nun ist den Kindern schlecht. Zwar hat die Mama vorsorglich eine Tüte eingesteckt, aber das Gejammer auf den Rücksitzen ist ja nicht auszuhalten. Also wird wieder angehalten, und abgewartet, bis die Kinder brechen konnten, oder die Übelkeit wieder verflogen ist.
Beschäftigung ist ein Muss, wenn man mit Kindern einige Kilometer unterwegs ist. Bücher sind hier nicht so gut geeignet, denn manche Kinder reagieren beim Lesen während der Fahrt mit Übelkeit und Erbrechen. Also muss eine Puppe oder eine Spielfigur ausreichen. Die wird natürlich schnell langweilig, außerdem muss man sich mit dem Bruder oder der Schwester auf der anderen Hälfte des Sitzes darum streiten. Wenn man also Frieden im Auto haben möchte, sind Hörbücher oder Kinder CDs die beste Lösung. Auch Ratespiele, wie das allseits bekannte und beliebte: Ich sehe was, das Du nicht siehst! sind praktikable Lösungen; die Mama auf dem Beifahrersitz ist hier natürlich mehr gefordert, als der Papa, der das Auto mit der fröhlich plappernden Bande von A nach B bringen muss. Papa, wie weit ist es denn noch?
